Archive für Mai 2009

Im Schlauch

Die Plastikwanne, die ich meinen Ameisen zur Verfügung gestellt habe, wurde nicht sehr oft besucht. Ich habe auch nicht so viele Körner verfüttert, da die Lager noch voll sind. Proteine schmeiss ich eh nur in mein Glasbecken hinein, da ich Angst habe, dass das Futter im Schlauch stecken bleiben könnte. Jetzt vor zwei Tagen waren immer mehr Ameisen im Verbindungsschlauch gewesen. Kurze Zeit später haben sie angefangen Puppen und große Larven dort zu lagern. Fast 70 Prozent der Arbeiterinnen befanden sich dann im Schlauch! Die Königin selber ist aber weiterhin im Ytongnest.

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Wahrscheinlich ist es im Schlauch deutlich wärmer als im Ytong. Zum einen verläuft der Schlauch hinter meinem TFT-Monitor, zum anderen befindet sich auch mein PC unter dem Tisch, direkt unter den letzten Zentimetern vom Schlauch. Das Ende vom Schlauch, das in die Wanne mündet, war vorher mit Kies verschlossen worden. Nun haben sie es geöffnet und die Aktivität ist dort deutlich gestiegen. Sie haben das Kies direkt unter dem Anschlussloch weggetragen, sodass sie nicht mehr in den Schlauch zurück konnten. Ich musste daher einen Streichholz als Kletterhilfe dranlehnen. Messor barbarus sind eben schlechte Kletterer.

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Ich möchte mich gar nicht beschweren, dass sie ihr Nest erweitert haben. Der Schlauch bietet mir wieder die guten Sichtverhältnisse wie bei einem Reagenzglas. Ich habe dadurch wieder mehrere männliche Puppen entdecken können. Geflügelte Weibchen sind aber noch nicht da. Wo wir gerade bei den Männchen sind, ich habe hier noch zwei Fotos von dem ersten Männchen:

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Das Tier hängt die ganze Zeit irgendwo an der Decke herum und lebt auf Staatskosten (Harz 4).

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Und hier noch ein kleines Video:

Neuer Besitzer

Ich habe vor ein paar Wochen meiner Kolonie 1 ein Stück Holz zum Klettern in die Box hingestellt. Leider war das Teil aber 1 cm zu hoch, sodass ich den Deckel nicht schließen konnte. Ich habe also rundherum Öl an den Rändern verteilt, was die Arbeiterinnen vor dem Ausbruch hindern sollte. Das ging ein paar Tage gut, aber irgendwann wurde der Ölfilm löchrig, wahrscheinlich, weil ich die PTFE Reste nicht gründlich genug entfernt habe. Jedenfalls vermisse ich nun 3 Arbeiterinnen, die ich aber auch nicht draußen gesehen habe. Vielleicht haben sie sich nur gut in ihrem Reagenzglas versteckt. Wie dem auch sei, das Holz flog wieder heraus und der Deckel ist wieder da. Ich möchte nur ungern weitere Ameisen verlieren. Ich habe auch schon eine tote Arbeiterin in einem Öltropfen entdeckt. Die wurde aber rasch durch eine frisch geschlüpfte Arbeiterin ersetzt. Gerade eben habe ich eine im sterben liegende Arbeiterin entdeckt. Sie lebt zwar noch, aber bewegt sich kaum noch. Vielleicht eine Sonnenlumenölvergiftung? Oder ist sie zu alt?

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Trotz dieser kleinen Komplikation, bin ich zuversichtlich, dass es bald wieder aufwärts geht. Immerhin werden die Puppen nicht mehr aufgefressen wie vor der Winterruhe. Nahrung nehmen sie auch auf. Dabei mögen sie besonders Mählkäfer. Mehlwürmer werden oft verschmäht.

Kolonie 4 ist weiterhin sehr inaktiv. Nahrung wird kaum aufgenommen und sie haben sich auch bis heute nicht vermehrt. Gute NAchricht ist aber, dass wieder Puppen zu sehen sind. Vielleicht wird doch noch was aus dieser Kolonie.

Kolonie 2, meine bisher aktivste Kolonie, hat seit der Winterruhe ihre Zahl verdreifacht. sie sind mittlerweile 15 Arbeiterinnen und seit heute bei einem neuen Besitzer. Soweit ich gehört habe, sind die Ameisen gut angekommen. Leider hat ein kleines Wasserleck die Brut beschädigt. Dies sollte aber bei dieser Kolonie kein Problem darstellen. Proteinaufnahme hat bei dieser Kolonie super funktioniert und sollte sich auch bald auszahlen. Hier noch ein Foto von Kolonie 2 von gestern:

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