Um Punkt Mitternacht war es soweit: Meine siebte Arbeiterin wurde fürsorglich von meiner Königin gründlich abgeleckt. Ja, man hätte sogar eine Uhr danach stellen können, so pünktlich wie sie war.
Eigentlich hatte ich den Schlupf erst etwas später erwartet. Es ist aber auch wirklich schwer die feinen Farbnuancen der Puppen durch rote Folie klar auszumachen.

Am Tag zuvor habe ich ein angeschnittenes Heimchen wieder bereitgestellt. Diesmal habe ich es nicht vor dem Reagenzglas gelegt, sondern wieder reingeschoben. Kurze Zeit später kam auch die erste Pygmäe, berührte kurz den Heimchenfühler und sprang mehrmals ruckartig nach vorne, um das tote Tier nochmal zu töten. Es dauerte nicht lange und schon waren die Fühler ab. Eine zweite Pygmäe gesellte sich hinzu und die beiden begannen mit den abgetrennten Fühlern ein heißes Fechtduell. In der Nacht flogen die Teile aus dem Nest heraus. Wie weit sie am Heimchen genascht haben bleibt unklar. Vielleicht hätte ich das Tier richtig durchtrennen sollen, ansatt es nur im Brustbereich anzuschneiden. Das versuche ich beim nächsten Mal mal.

Der Eierhaufen wird von Tag zu Tag immer größer. Zwar ist meine Königin noch nicht auf Betriebstemperatur, aber ich erwarte von ihr auch nicht, dass sie wie ein Maschinengewehr die Eier rausschießt. Auf dem Eierhaufen thront eine kleine Larve, die in zwei Monaten vielleicht sich zu einer Media-Arbeitein entwickelt.

Weiterhin sind zwei gleich dunkle und drei weiße Puppen vorhanden, wobei auf dem obigen Bild die Puppe zwischen den braunen irgendwie größer zu sein scheint. Ist das die erste normale Minor-Arbeiterin? Oder bilde ich es mir nur ein?

Da ich der Meinung bin, dass mein derzeitiges Reagenzglasnest viel zu groß und pompös ist, biete ich meinen Ameisen jetzt eins mit einer kleineren Kammer an.

Als Eingang dient ein Wattestopfen mit integriertem 10/8mm Schlauch. Dies sollte als Eingang reichen und kann mit nur wenigen Steinchen auch verschlossen werden. Ich versuche nur meinen Ameisen entgegen zukommen, da sie wirklich zu den faulen gehören und nur hin und wieder einen Steinchen reinholen.

Das Röhrchen habe ich nun ganz dicht am alten Nest plaziert, damit sie nicht so weit laufen müssen. Weit laufen tun sie sowieso derzeit nicht.
21.4.2008 bei 15:51
ich finde deinen blog sehr spannend und schaue auch sehr gerne und regelmäßig mal rein. leider ist es ja so dass die meisten ihren blog nach der winterruhe nicht weiterführen. meine lasius niger königin wurde bereits mit 16 arbeitern geliefrt aber wenn ich deinen blog lese frage ich mich ob ich nicht etwas verpasse weil das gründen so spannent ist.
ich finde es witzig das du bis mitternacht vor deiner queen sitzt und den kleinen zuschaust, sie scheinen die ja völlig in ihren bann zu ziehen :). meine königin ( Lia, wie ich sehe gibst auch du deinen königinnen namen) und die arbeiterinnen müssen sich erst noch von der stressigen reise erholen, aber bei dir scheint ja immer was los zu sein! mach weiter so!!!
21.4.2008 bei 18:06
Herzlichen Dank. Es freut mich, dass mein Blog dir gefällt. Die Gründungsphase kann, je nachdem wie man es sieht, total langweilig oder aber auch total spannend sein. Wenn man wirklich aufmerksam zuschaut, entdeckt man doch immer was neues, was am Vortag noch nicht so war. Und du brauchst gar keine Angst haben, dass ich meinen Blog vernachlässige. Ich schreibe gerne daran weiter.
Ich wünsche dir und deinen Lasius niger ganz viel Glück.