Queen Mary ist Mama geworden

Weiter geht’s mit dem Haltungsbericht.

Ich kam gerade nach Hause als ich gesehen habe, dass meine Schwester das Nest aus ihrer schützenden Zeitungspapierhülle herausgeholt hat. Zum Glück schien mir die Königin recht relaxed zu sein. Nach einer schweren Geburt würde ich ja auch nicht sofort rumturnen.
Ja, ihr habt richtig gehört: Queen Mary ist endlich Mama. Mir ist sofort aufgefallen, dass sie diesmal ganz nah an der nassen Watte saß. Bei den anderen Malen hatte sie eher versucht den Wattestopfen am Ausgang aufzubeißen. Ich denke, sie hatte einfach genug von Schlagzeilen auf dem Zeitungspapier. Jeden Tag über die Hamas zu lesen macht ja auch deprimierend.

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Queen Mary an der nassen Watte

Ich habe mir also das Reagenzglas näher angeschaut und was sehe ich da? Zwei kleine Eier, die an die Wand geklatscht wurden. Schnell habe ich noch ein Foto versucht zu machen, worauf man weitere 5 Eier im Hintergrund an der Watte sehen konnte. Das macht also insgesamt 7 Eier.

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Mary mit Eiern. Links am Bein sieht man das Eierpaket. Über der Königin sind noch 2 Eier zu erkennen. “Ey, was guckst du?”

Nach dem Checken habe ich sie erstmal ein wenig in Ruhe gelassen. Das hat sie sich auch redlich verdient, nachdem sie von meiner Schwester so strapaziert worden ist.

Stattdessen habe ich das Paket von Antstore aufgemacht, dass ich heute bekommen habe. Ameisen kann man ja nicht ewig in einem Reagenzglas halten. Deswegen habe ich vorgestern Nacht meine Bestellung bei Antstore abgegeben um auch für die Zukunft gerüstet zu sein.

Gekauft habe ich:

  • Antstore Starter Set - Beckenvariante welches folgendes beinhaltet
    • Glasbecken 30cmx20cmx20cm
    • Passender Deckel mit Lüftungsgitter
    • Plastikpipette
    • Federstahlpinzette
    • Runder Futternapf
    • 2 Gummistöpsel
    • Sand-Lehm-Gemisch
    • Zucker-Honig-Lösung
    • Flüssiges PTFE (Teflon)
  • Rote Abdeckfolien
  • Spritze und Kanüle 120 mm
  • Ytong Stein 20cmx10cmx10cm
  • Glasscheibe 19cmx10cm
  • Schlauch 10/08mm auf ein Meter Länge
  • Luftdurchlässige Stopfen
  • Silikon
  • Skalpell
  • Eckiger Futternapf mit Schwamm

Erstmal ein herzliches Dankeschön an das Antstore Team. Dazu aber auch ein Kritikpunkt: man hätte auch eine Tüte Gummibären mitschicken können, damit es beim Handwerkern nicht so langweilig ist.

Ich gehe jetzt erstmal die Einkaufsliste durch. Bestimmt fragen sich einige von euch (besonders die, die von Ameisenhaltung noch nie was gehört haben), warum ich zum Beispiel flüssiges Teflon habe oder was der Ytong Stein da macht.

Zuerstmal zum Becken: Das Becken wird als die sogenannte “Arena” fungieren. Hier werden die Ameisen auf Futtersuche gehen oder aber auch ihren Müll lagern. Ameisen sind da “intelligent” genug um ihr Nest reinlich zu halten und eine Schimmelbildung zu erschweren, indem sie die Überreste ihres Futters ganz weit vom Nest wegschaffen und es auf einen Art Müllplatz zu lagern. So kann man als Halter recht bequem den Müll per Pinzette herauspicken.
Am Becken sind auch noch Löcher hineingebohrt worden, die man zur späteren Erweiterung oder zum Anschluss eines externen Nestes benutzen kann. Unbenutze Löcher sollte man aber mit den Gummistöpseln abdichten, da die Ameisen sonst eine Exkursion durchs Zimmer starten könnten und werden.

Der Deckel dient dann als Ausbruchssicherung. Die zweite Ausbruchssicherung - doppelt hält bekanntlich besser - stellt das flüssige Teflon dar. Dieses wird knapp unter dem Beckenrand per Pinsel aufgetragen, sodass die Ameisen, die sich trauen hochzuklettern, einfach abrutschen. Diesen Schutz sollte man jedes Jahr erneuern, damit die Arena wirklich ausbruchssicher bleibt.
Damit kann ich schon mal den Deckel heben, ohne dass ich dabei eine Flucht befürchten muss.

Das Becken wird mit einem feuchten Sand-Lehm-Gemisch aufgefüllt, welches beim trocknen aushärtet. So können die Ameisen sich nicht da eingraben und ein Nest anlegen. Wie ich das Becken letztendlich gestalten werde, muss ich mir noch genau überlegen. Ich werde aber auf jedenfall mein handwerkliches Talent (*hust*) in diesem Blog für die Nachwelt dokumentieren.

Die Ameisen werden zukünftig in dem Ytong Stein wohnen. Ytong gilt als leicht bearbeitbar, so kann man mit Schraubenzieher Gänge und Kammer herauskratzen. Auf dem Stein kommt dann die Glasscheibe, die ich dann mit Silikon festkleben werde. So kommt keine Ameise heraus ausser über den einzigen Ausgang, den ich per Schlauch mit der Arena verbinden werde.
Der Vorteil eines externen Nestes liegt klar auf der Hand. Ein kleiner Ytong Stein lässt sich besser irgendwo lagern, wenn die Ameisen in die Winterstarre fallen. Einfach Schlauch abtrennen und den luftdurchlässigen Stöpsel drauf.

Den Futternapf mit Schwamm werde ich für die Trinkwasserversorgung benutzen. Ich habe Berichte gehört, wo Ameisen sich lemmingartig in den Tod stürzen, weil sie aus einem Wassertropfen nicht rauskommen können. Durch den Schwamm können sie nun endlich wie Jesus über Wasser laufen.

Die Spritze mit der Kanüle wird für das Auffüllen des Wasserreservoirs im Reagenzglas benutzt. So muss ich die Ameisen nicht unbedingt umziehen lassen, wenn der Wassertank mal leer ist.

Da ersten Ameisen erst in ungefähr einen Monat kommen, habe ich genug Zeit um das Becken einzurichten. Ich werde schon mal damit anfangen das Reagenzglas mit roter Folie zu umwickeln. So muss ich für einen schnellen Kontrollblick nicht mehr das Reagenzglas anfassen, was ja Stress für die Ameisen bedeutet.

Also, bis demnächst. :)

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Die Anstore-Bestellung

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